© Sandra Doneck

Wir achten aufeinander

Die Klimakrise ist bedrohlich. Sie befeuert Angst, Verzweiflung, Trauer und Wut. Bei XR möchten wir diesen Gefühlen Ausdruck verleihen, sie akzeptieren, miteinander teilen und gemeinsam bewältigen.

Wir glauben, dass eine Kultur der Fürsorge und des Systemwechsels Hand in Hand geht. Es reicht nicht aus, den Wandel zu fordern: Wir leben ihn vor. Wir fördern Kulturen, die belastbar und robust sind und die uns bei den Veränderungen unterstützen, denen wir uns unweigerlich gemeinsam stellen müssen.

Das beginnt im Kleinen beim Check-in und Check-out vor und nach jedem Meeting, bei denen wir darüber sprechen, wie es uns geht und was uns beschäftigt. In Trainings lernen Aktivist:innen Gewaltfreie Kommunikation, Konfliktlösungsstrategien und Systemisches Konsensieren. Feste Ansprechpartner:innen in jeder Ortsgruppe und die Arbeitsgruppen für Regenerative Kultur achten auf das persönliche und gemeinschaftliche Wohlbefinden.

Die Ebenen der Fürsorge

Wir wollen die Liebe zu uns selbst wiederfinden, die Liebe für unsere gemeinsame Welt, für unsere nahen wie fernen Mitmenschen, für die Natur, deren Teil wir sind. Regenerative Kultur ist dabei das Myzel, welches unsere Rebellion durchzieht, versorgt und kräftigt.

Selbstfürsorge

Wir achten darauf, in einer Weise zu arbeiten, die nahrhaft und nachhaltig ist. Wir ermutigen uns gegenseitig, unseren Gefühlen und Bedürfnissen Raum zu geben und streben danach, Selbstfürsorge mit der Erledigung von Aufgaben in Einklang zu bringen. Dabei geht es nicht nur darum, Burnout zu vermeiden, sondern vor allem auch Freude, Sinn und Kreativität in unserer Arbeit zu finden.

Wir ermutigen Rebell:innen sich bewusst Kraftquellen zu suchen: In Meditationen, in tiefer Verbundenheit mit der Natur oder in Gesprächen mit guten Freund:innen und Mitrebell:innen können wir innehalten, wieder zu uns selbst finden und uns regenerieren. Im Kern geht es um Achtsamkeit mit uns selbst – physisch und psychisch.

Zwischenmenschliche Fürsorge

Eine gesunde Gemeinschaft ist eine widerstandsfähige Gemeinschaft, aber das geschieht nicht von heute auf morgen. Jeden Tag verpflichten wir uns, Einfühlungsvermögen, Vertrauen und eine Kultur der Fürsorge füreinander zu kultivieren, damit wir radikales Mitgefühl und Gerechtigkeit stärker verkörpern können. Eine regenerative Kultur durchzieht die Art und Weise, wie wir unsere Zusammenkünfte abhalten, wie wir uns versammeln und wie wir Raum für Konflikte halten, und hilft uns im Zusammenspiel mit den Strukturen unseres Selbstorganisierenden Systems (SOS), uns gegenseitig dabei zu unterstützen, unser authentischstes und liebevollstes Selbst zu werden. Wir glauben, dass eine Gemeinschaft, die zusammen lernt, zusammenwächst.

Wir üben uns in Gewaltfreier Kommunikation, um mit uns selbst und anderen in eine einfühlsame Verbindung zu gehen. Wir bemühen uns um konstruktive Kritik, versuchen durch Systemisches Konsensieren alle bei einer Entscheidung mitzunehmen und erklären uns zum Lernen bereit, um uns weiterzuentwickeln.

Fürsorge für alles Leben auf diesem Planeten

Wir erkennen an, dass der Mensch nicht vom planetarischen Ökosystem getrennt ist, sondern eine entscheidende Rolle bei der Pflege der Erde spielt. Wir verpflichten uns, Systeme zu schaffen und sich an ihnen zu beteiligen, die Leben spenden und mit der Weisheit der Erde in Einklang stehen. Dies erfordert neue Volkswirtschaften und Wege der Selbstverwaltung, die auf einem Ethos des Teilens und des Zuhörens basieren.

Bei jedem Gespräch, jeder Aktion und jedem Plenum haben wir die Wahl den Systemwandel zu leben. Sich ständig zu reflektieren ist anstrengend, doch wir gewinnen an Überzeugungskraft, je mehr es uns gelingt, die Veränderung selbst zu leben. Wir bemühen uns, den „leisen Stimmen“ Gehör zu verschaffen und gleichzeitig Menschen in Führung und Macht durch klare Vereinbarungen und „Buddy-Systeme" dabei zu unterstützen, ihre Macht so auszuüben, dass die negativen Auswirkungen ihrer Machtausübung auf andere möglichst reduziert werden.

Regenerative Kultur im Alltag

Du willst mehr wissen? Hier haben wir eine Auswahl an Werkzeugen und Impulsen zusammengestellt, die dich dabei unterstützen können, eine Regenerative Kultur (ReKu) zu etablieren:

Aktionsfürsorge

Ziviler Ungehorsam kann aufregend, berauschend und manchmal auch anstrengend und stressig sein. Uns ist es ein wichtiges Anliegen, das Wohlbefinden aller Personen zu fördern, die sich körperlich und emotional an Aktionen beteiligen. Wir unterstützen uns gegenseitig und achten ebenso auf Aktivist:innen, die bereit sind, sich verhaften zu lassen, wie auf solche, die einfach nur vorbeischauen.

Vor während und nach jeder Aktion gibt es feste Ansprechpartner:innen, die physische und emotionale Unterstützung leisten und sich um das Wohlbefinden der Aktivist:innen kümmern. Emotionale Nachbesprechungen bieten einen Raum, um Erinnerungen und Erfahrungen gemeinsam zu verarbeiten.

Der regenerative Aktionszyklus

Dieses Modell veranschaulicht, wie wir natürliche Zyklen nutzen können, um persönliches, gemeinschaftliches und globales Wohlbefinden zu fördern und wie wir nach dem Vorbild der Natur im Wechselspiel zwischen Aktivität und Ruhe neue Kraft schöpfen können. Es wurde von XR UK basierend auf dem 8-Schilde-Modell entwickelt.

Wir stehen dir zur Seite

Bei Fragen, Wünschen oder Anregungen melde dich gerne bei der AG Regenerative Kultur unter regen@extinctionrebellion.de. Gerne unterstützen wir dich auch bei der Suche nach Gesprächspartner:innen und Therapeut:innen.

Bist du dabei?

Die AG ReKu will eine solide Basis des ehrlichen und zugewandten Miteinanders schaffen, die Rebell:innen in ihrer Ausdauer und in ihrer diversen Kreativität unterstützt. Wenn du uns dabei unterstützen möchtest, bist du herzlich willkommen.

Aktuell suchen wir unter anderem Unterstützung in der Koordination und der inhaltlichen AG-Arbeit (z.B. beim Verfassen und Übersetzen von Texten) und suchen Menschen mit Erfahrung/Interesse im Bereich Social Media.

Bitte melde dich per E-Mail unter regen@extinctionrebellion.de. Wir freuen uns auf dich!

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