Charlotte Götze

6. Alle sind willkommen – so wie sie sind

Wir arbeiten aktiv daran, ein geschütztes und für alle zugängliches Umfeld zu schaffen.

Wir akzeptieren weder körperliche noch verbale Gewalt oder Aufrufe zur Gewalt gegenüber anderen Menschen. Alle Formen der Unterdrückung, menschenverachtende Einstellungen, Diskriminierung gegen Menschengruppen lehnen wir strikt ab – sie haben keinen Platz bei XR. Insbesondere, aber nicht ausschließlich, stehen wir strikt gegen Faschismus, Rassismus, Antisemitismus, Islamophobie, Sexismus, Homophobie, Ableismus, Klassendiskriminierung und Altersvorurteile.

Wir sind uns bewusst, dass sich für globale Veränderungsprozesse auch unsere Beziehungen zu anderen Menschen, mit denen wir arbeiten und uns verbünden, ändern müssen. Die Welt wird derzeit durch Machthierarchien auf Basis von ethnischer Herkunft, Klasse, Geschlecht, Sexualität u.a. geprägt (Intersektionaltität). Für die Menschen, die durch diese Machthierarchien benachteiligt sind, bieten große Teile der heutigen Gesellschaften kein geschütztes Umfeld. Um vor Diskriminierung geschützte Räume zu schaffen, ist es notwendig, aktiv und nachhaltig ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie diese Machthierarchien funktionieren. Dann können wir sie herausfordern und Inklusion (gleichberechtigte Einbeziehung möglichst vieler) fördern, indem wir unsere Umgebungen zugänglicher gestalten. Damit unsere Bewegung für alle sicher ist, muss sie zuallererst für die am stärksten marginalisierten Menschen sicher sein.

Unser Ziel ist es, dass jede:r Einzelne unabhängig von ethnischer Herkunft, Nationalität, Klasse, Geschlecht, geschlechtlicher Identität, geschlechtlichem Auftreten, sexueller Orientierung, Alter, Einkommen, Fähigkeiten, Bildung, Erscheinungsbild, persönlicher Prägung und körperlicher und psychischer Verfassung, Migrationsstatus, Glauben oder Nicht-Glauben, aktivistischen Erfahrungen und anderen Eigenschaften, die oft als Grundlage zur Diskriminierung dienen, gleichermaßen willkommen ist. Jede:r Einzelne in unserer Bewegung ist verantwortlich dafür, eine sichere, mitfühlende und willkommen heißende Umgebung zu schaffen und aufrechtzuerhalten. Neue Menschen sollten sich in der Bewegung vom ersten Moment an angenommen fühlen.

Wir erkennen dabei an, dass der Versuch, unsere Bewegung möglichst inklusiv und divers zu gestalten auch bedeutet, dass wir einen Umgang mit unterschiedlichen Verhaltensnormen finden müssen. Wir erkennen ebenfalls an, dass wir komplexe Wesen sind und zu verschiedenen Zeiten und unter verschiedenen Umständen viele unterschiedliche Seiten von uns zeigen. Um Inklusion und Gleichheit in der Bewegung zu garantieren, hinterfragen Rebell:innen die eigene Position und die damit verbundenen Privilegien kontinuierlich und lernen aus dem Austausch mit anderen Rebell:innen und Angeboten durch die Bewegung.

Wir streben daher an, einen Raum zu schaffen, in dem wir uns fortlaufend mitfühlend und respektvoll gegenseitig dabei unterstützen, achtsam und wertschätzend miteinander umzugehen. Auch wir sind in einer Gesellschaft aufgewachsen, die durch verschiedene Formen der Diskriminierung geprägt ist. Extinction Rebellion bietet einen sicheren Rahmen, um sich offen mit diesen Prägungen auseinanderzusetzen und sie zu überwinden. Hier können wir voneinander lernen, um unsere Bewegung zu einem geschützten und diskriminierungsfreien Ort für alle zu machen.

Nächstes Prinzip: Wir überwinden hierarchische Machtstrukturen.

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