Charlotte Götze

8. Wir vermeiden Schuldzuweisungen und Beleidigungen

Wir leben in einem toxischen System, doch daran trägt kein Mensch allein die Schuld.

Wir vermeiden Schuldzuweisungen und Beschämen von Einzelpersonen. Eine einzelne Kampagne mag hin und wieder darauf abzielen, die schädliche Rolle einer Institution oder deren Mitarbeiter hervorzuheben, es ist aber unsere grundlegende Haltung, dass wir in einem toxischen System leben, das jede:n von uns geprägt und geschädigt hat. Wir werden auf Verhalten hinweisen, das ausbeuterisch, beleidigend oder schädlich ist und wir werden solches Verhalten nicht tolerieren, dabei kritisieren wir jedoch Inhalte und Verhalten, aber keine Menschen.

Wir streben einen (System-)Wandel an, der Vielfalt und Verbundenheit fördert. Wir wollen die Beziehungen zwischen uns verbessern, Fallen im zwischenmenschlichen Bereich erkennen und Aufmerksamkeit auf die Strukturen lenken, die uns spalten könnten. Wir möchten - auch negative - Gefühle zulassen und ausdrücken statt sie zu unterdrücken. Wir bitten einander aber um Achtsamkeit in der Art, wie wir Gefühle mitteilen, und darum, zu einer Basis aus Liebe, Respekt und Gemeinschaftsgefühl zurückzukehren. Wir werden mitfühlend sein, wenn Fehler gemacht werden. Fehler sind Gelegenheiten zum Lernen. Uns gegenseitig aufrichtig zuzuhören ist ein mächtiges Werkzeug. Wir werden vor allem den Menschen zuhören, deren Stimmen in der Gesellschaft nicht genügend Gehör finden.

Nächstes Prinzip: Wir sind ein gewaltfreies Netzwerk.

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