Mitten in Heidelberg sitzt ein Konzern, der weltweit gegen Menschen- und Völkerrecht verstößt. Ein Konzern, der als weltweit zweitgrößter Zementhersteller beispielhaft für die Umweltzerstörung und die gigantischen Treibhausgasemissionen der Zementindustrie steht: HeidelbergCement

→ 🛑 Unsere Aktionen gegen HeidelbergCement 🛑


Zement vs. Klima

Die Zementindustrie stößt (mit 8 % der weltweiten CO₂-Emissionen) doppelt so viel CO₂ aus wie ganz Afrika und verschärft die Klimakrise immer weiter. [1][2] Dabei gibt es längst klimafreundliche und regionale Alternativen zum Baustoff Zement, deren Ausgangsstoffe nicht noch zusätzlich, wie Kalkstein, auf der anderen Seite der Welt abgebaut, aufwendig weiterverarbeitet und importiert werden müssen. [3] Die Zementindustrie kann und muss sich ändern!

HeidelbergCement gibt sich gerne als Vorreiter in Sachen Klimaschutz, aber die Wirklichkeit sieht anders aus. HeidelbergCement ist in Deutschland nach RWE der Konzern mit dem höchsten CO2-Ausstoß. Und eine Studie von "right. based on science" kam zu dem Schluss, dass auch die selbstgesetzten Klimaziele von HeidelbergCement nicht mit dem Pariser Klimaschutzabkommen vereinbar sind . [4]


Zement vs. Mensch und Umwelt

HeidelbergCement beutet weltweit Natur und Umwelt aus und bricht für den Profit Völker- und Menschenrecht.
Hier sind einige Beispiele:

Kendeng-Gebirge, Indonesien

Mitten im Kendeng-Gebirge bedroht PT Indocement, ein Tochterkonzern von HeidelbergCement, Landschaften, Wasserkreisläufe und Ökosysteme und damit Natur, Ackerbau und Menschen.

In der fruchtbaren Region um die Bergkette Kendeng in Java, Indonesien, plant der Konzern, gegen den Willen der lokalen Bevölkerung, Kalksteinabbau zu betreiben und möchte vier große Zementwerke bauen. Durch den starken Einfluss der Zementlobby auf die Politik wurde der Naturschutz teilweise aufgehoben und die fragwürdigen Bauvorhaben erlaubt, wodurch die dortige Landwirtschaft und ganze Ökosysteme bedroht sind und damit die Lebensgrundlage der Menschen. Seitdem protestieren indigene Gemeinschaften friedlich gegen diese Bedrohung – auch in Heidelberg. In einer weiteren Aktion haben sich Demonstrant*innen vor dem Regierungssitz in Indonesien als Ausdruck ihrer bedrohlichen Lage die Füße einbetoniert. [3][5]


Westsahara

In der Westsahara, die Marokko seit 1975 gebietsweise völkerrechtswidrig besetzt hält, verstößt HeidelbergCement gegen internationales Recht, indem dort der marrokanische Tochterkonzern „Ciments du Maroc“ Rohstoffe abbaut. [6]

Die EU verbietet den Einbezug der Westsahara in Handelsabkommen und auch die deutsche Bundesregierung stellt sich klar gegen wirtschaftliche Aktivitäten deutscher Unternehmen in dieser Region. Land und Rohstoffe gehören nicht Marokko, nicht „Ciments du Maroc“, nicht HeidelbergCement, sondern den vertriebenen Saharauis, die seit der Besetzung ihres Landes in Flüchtlingscamps leben. Der Problematik ist sich HeidelbergCement bewusst, denn Zementwerke werden bewusst in Marokko platziert, der Rohstoffabbau aber erfolgt in der Westsahara. [7][17]

Wir fordern, dass HeidelbergCement sich vollständig aus der Westsahara zurückzieht!


Demonstration der Diaspora Togolaise Allemagne und weiterer gegen HeidelbergCement und die Diktatur in Togo

Togo

HeidelbergCement verschmutzt in Togo die Umwelt, enteignet ganze Bevölkerungsgruppen ohne Entschädigung und sorgt für Abwanderung und Vertreibung.

Der Konzern ist einer der größten Auslandsinvestoren in Togo und betreibt dort auf Kosten der lokalen Bevölkerung Kalksteinabbau und Klinkerherstellung. Dadurch werden Wildtiere vertrieben, Ökosysteme zerstört und Luft, Boden und Wasser verschmutzt. [8]
Berichten zufolge werden die Arbeiter*innen dort unter sehr prekären Bedingungen beschäftigt: Überstunden und Mindestlohn werden nicht bezahlt und protestierende Arbeiter*innen entlassen. [9]


Westjordanland

Hanson Israel, seit 2007 hundertprozentige Tochter von HeidelbergCement, baut in dem von Israel besetzten Westjordanland Baustoffe ab, die an Israel gehen. Dieser Rohstoff- und Landraub ist ein Verstoß gegen internationales Recht und gefährdet den ohnehin schon heiklen Frieden der Region. [10] [11]

Durch seinen Raubbau unterstützt HeidelbergCement die Besatzungspolitik Israels, nimmt dortigen Menschen Ressourcen und wirtschaftliche Chancen und befeuert den Konflikt zwischen beiden Ländern.

Wir fordern, dass die Bundesregierung entsprechend eigener Ideale sowie jahrelanger Friedensappelle von Völkerrechtler*innen und israelischen Anwält*innen handelt und wirtschaftliche Aktivitäten in dieser Region von Unternehmen wie HeidelbergCement gesetzlich verbietet und gegen Verstöße rechtlich vorgeht.


Europa

Trotz strengerer Umweltauflagen werden auch in Europa Ökosysteme und Wasserkreisläufe zerstört und trotz ausgeklügelter Filtertechnik ist der Ausstoß an Staub sowie Stick- und Schwefeloxiden noch immer hoch. [13]

Und statt gegen die gigantischen CO-Emmissionen vorzugehen, unterstützt die EU ausgerechnet die Zementindustrie weiterhin mit kostenlosen Emmissionszertifikaten. Die gesamte Branche hat in den vergangenen Jahren durch die kostenlosen Zertifikate mehrere Milliarden Euro zusätzlichen Gewinn gemacht. [5] Das muss ein Ende haben!


Was jetzt?

Für jede Tonne Zement werden allein für den zur Herstellung benötigten Kalkstein 400 kg CO ausgestoßen werden. Was man aber sehr wohl machen kann, ist Alternativen zu suchen, den Anteil an Zement zu reduzieren oder auch mehr zu renovieren.

Alternative Bindemittel

Ein Großteil unserer Bauindustrie beruht auf #Beton. Zu dessen Herstellung ist ein Bindemittel notwendig, meist wird Zement genutzt. Um die Klimabilanz zu verbessern, können alternative Bindemittel zum Einsatz kommen, z.B. organische Geopolymere. Sie besitzen eine bessere CO-Bilanz und höhere Hitzebeständigkeit – nachhaltige Alternativen zu Zement existieren also bereits.

Beton reduzieren

Zudem ist es essentiell – und durchaus möglich – weniger Beton zu nutzen oder ganz auf den Einsatz von Beton zu verzichten. Holzhäuser sind eine echte und bewährte Alternative zu Gebäuden aus Beton [14]. Holz ist natürlich, nachwachsend und nachhaltig, seine Materialeigenschaften sind Leichtigkeit und hohe Belastbarkeit. Als Kohlenstoffspeicher entziehen Holzhäuser der Atmosphäre dauerhaft schädliches CO. Holzbau trägt damit aktiv zum Klimaschutz bei. Holz ist neben anderen nachwachsenden Ressourcen als Baustoff längst konkret und gehört bei der Güterherstellung in Betracht gezogen.

Es ist die Masse, in der Beton genutzt wird, die dazu veranlasst, nach Verbesserungen und Alternativen zu suchen. Ein Baustoff wie Beton ist wichtig, aber als Gesellschaft müssen wir Konsequenzen ziehen, das Bauen überdenken und aktiv handeln. Denn für einen geringeren CO-Ausstoß müssen wir weniger bauen, mehr recyceln und alte Gebäude wieder aufwerten.

Bei der Betrachtung der Energiebilanz des gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes fällt auf, dass durch den Einsatz von grauer Energie jede Sanierung selbst dem Bau von Passivhäusern vorzuziehen ist. [12]

Was kann die Bauindustrie sonst noch tun?

Neben alternativen Bindemitteln kann und muss die Bauindustrie auch bei anderen Bestandteilen des Betons umsteuern. Beispielsweise kann durch die Nutzung von Beton mit Kohlenstofffasern sparsamer gebaut werden: Die Fasern ersetzen Stahlarmierungen und geben dem Beton eine höhere Festigkeit. Es wird also weniger Material benötigt, während der Baustoff sogar eine längere Lebensdauer hat. Bei Holzbeton wiederum sparen Holzspäne Anteile an Kies ein. Diese Art von Beton hat nicht nur bessere thermische Eigenschaften, sondern ist fast um ein Drittel leichter als herkömmlicher Beton.


Unsere Forderungen

  1. Die Bundesregierung und die Stadt Heidelberg dürfen nicht länger die Augen vor den unmenschlichen und umweltschädlichen Machenschaften von HeidelbergCement verschließen.
    Wir fordern strengere Gesetze zum Schutz der Umwelt und Menschenrechte.
    Wir müssen nachhaltiges Bauen fordern und fördern. Dazu müssen vorhandene Alternativen eingesetzt und die Forschung an alternativen Baumethoden unterstützt werden. Für die Zukunft unseres Planeten müssen wir den Sprung hin zu CO₂-neutralem Bauen schaffen – und das so schnell wie möglich.
  2. HeidelbergCement muss seinen CO₂-Fußabdruck bis 2025 auf Netto-Null senken, indem sie die direkte Zerstörung von Ökosystemen umgehend stoppt. Der Konzern und seine Tochterunternehmen müssen ihre Geschäfte in umstrittenen Gebieten und ihre Ausbeutung der Lebensgrundlagen lokaler Bevölkerungsgruppen beenden.






Quellen