BerlinBlockieren Tag 5

Geschrieben von XR Deutschland am 11.10.2019

“Die Ökosysteme brechen zusammen, wir sind mitten in der Klimakrise - es geht jetzt darum die Katastrophe einzudämmen und die Lebensgrundlagen aller Lebewesen auf der Erde zu stabilisieren"

Clara Thompson, Rebellin


Klimanotstand. Jetzt!



23:00 Zur Nacht häuslich eingerichtet

Richtig viele Rebell:innen waren heute abend in der Stresemannstraße vorm BMU und haben den Ort mit Leben und Musik gefüllt. Über 500 davon wollen die Nacht auf der Straße verbringen und richten es sich gemütlich ein. Die Polizei lässt gewähren - vielleicht auch, weil wir in den umliegenden Büro- und Ministeriengebäuden so spät niemanden mehr stören?

Foto: Extinction Rebellion
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19:00 Unübersehbar: Unsere Forderungen

Wir haben unser Anliegen einerseits an die Wand des BMU projiziert und andererseits unterstützt durch unseren fleißigen Kletterer zwischen zwei Laternen aufgehängt.

Foto: Extinction Rebellion
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17:00 Bürger:innenbeteilung leben: Das Format offene Versammlung

Für die nächsten zwei Stunden werden die Rebell:innen und alle interessierten Menschen vor dem BMU in moderierten Kleingruppen darüber diskutieren, wie der Klimakatastrophe gemeinsam entgegengewirkt werden kann. Die Diskussionsergebnisse werden der gesamten Versammlung vorgestellt und später auch in Netz veröffentlicht.

Foto: Extinction Rebellion
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16:00 Wir sind gekommen um zu bleiben

Für heute abend ist noch einiges an Musik mit Bonaparte und Acid Pauli und Programm geplant - also kommt jetzt vorbei und seid laut mit uns - ob jung, ob alt, egal welches Geschlecht, welche Sexualität, welche Hautfarbe, welche Religion. Es geht um unsere Zukunft und um unseren Planeten.

Liebe Regierung, liebes BMU, könnt ihr uns hören? Ihr wollt, dass wir gehen? Dann handelt endlich! Es ist eure Aufgabe die Dringlichkeit und Tragweite an die Bevölkerung zu übermitteln! Es ist eure Aufgabe wirksame Maßnahmen zu ergreifen. Es ist eure Aufgabe unsere Welt zu schützen.


15:10 Wir lassen die Hüllen fallen

Am Rande des Potsdamer Platzes, in der Stresemannstraße vorm BMU, versteckte sich ein unscheinbarer LKW. Als die Demonstranten an Ort und Stelle waren, hob er seine Planen und ließ laut Musik erschallen. Bonaparte eröffnet das Konzert des Zivilen Ungehorams von der gesicherten Ladefläche.

Foto: Extinction Rebellion
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15:00 Blockade eines Vattenfall-Kraftwerks

Die skandinavischen XR-Gruppen statteten unterdessen einem Vattenfall-Kraftwerk einen Besuch ab und blockierten die Zufahrt mit ihren Körpern und mit Hilfe des Einsatzes von Sekundenkleber.

Foto: Extinction Rebellion


14:50 Die Demo stoppt am Potsdamer Platz

Am Potsdamer Platz, wo wir am Montag unsere zweite große Blockade errichtet hatten, stoppt die Demo für ein riesiges Die-In.

Foto: Extinction Rebellion


14:00 Klimanotstand Jetzt! Demozug startet

Mit mehr als 3000 Menschen startet unsere Demonstration für den nationalen Klimanotstand.

Obwohl wir natürlich sonst bunt und lautstark sind, verfällt der Zug am Holocaust-Mahnmal ins Schweigen aus Respekt vor den Opfern des Nationalsozialismus und insbesondere seiner jüngsten Opfer in Halle.

Foto: Extinction Rebellion
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13:30 Blockade des Landwirtschaftsministeriums

Etwa 20 Rebell:innen blockieren den Eingang zum Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Die Landwirtschaft ist eng mit dem Klima und dem Artensterben verbunden. Einerseits als Opfer wie bei Dürren im vergangenen Sommer, aber auch als Verursacher z.B. von Treibhausgasen und durch den Einsatz von Pestiziden und Herbiziden. Hier besteht also dringender Handlungsbedarf.

Foto: Extinction Rebellion
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13:00 Wir sammeln uns zur Demonstration am Brandenburger Tor

Mit unserer Demo fordern wir die Regierung erneut lautstark und bunt (Twitter) zur Ausrufung des Klimanotstands auf. Aber versteht uns nicht falsch: Die Ausrufung des Klimanotstands kann nur der Anfang sein, wenn auch ein bedeutungsstarker.

Es muss eine umfassende Information der Menschen zum Stand der Lage folgen. Die Regierung muss sofort handeln, um das Artensterben zu stoppen und die Emissionen von Treibhausgasen bis zum Jahr 2025 auf Netto-Null zu senken. Die Regierung muss eine Bürger:innenversammlung für die notwendigen Maßnahmen gegen die ökologische Katastrophe und für Klimagerechtigkeit einberufen. Die Regierung muss nach deren Beschlüssen handeln. Das sind unsere drei Forderungen.

Zum Aufwären gab es zudem eine Rede zum Thema Was ist radikal? - unsere Proteste, oder dass wir radikal auf Kosten Anderer Leben? Oder dass wir so radikal ignorieren, was die Fakten sind? "Das hier ist der Moment, in dem Ikarus die Flügel schmelzen" beschreibt die Rednerin eloquent unsere Lage.

Foto: Extinction Rebellion
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12:00 Nur noch die Lock-Ons bleiben

Die Marshallbrücke ist nun abgesehen von den Lock-Ons und dem Tripod geräumt. Die ersten Funken signalisieren, dass die ersten Rebell:innen vom Floß getrennt werden. Die Räumung dauert schon eine Weile, bis auch der tapfere Rebell vom Dreibein steigen muss. Er wird von der Menge am Ende jubelnd für seine Ausdauer gefeiert. Die Lösung der letzten Lock-Ons wird sicherlich noch eine ganze Weile dauern.

Einige Aktivist:innen haben bereits während der Räumung damit begonnen mitgebrachte Pflanzen, Material und Müll zu sammeln.

Foto: Extinction Rebellion
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10:30 Räumung der Marshallbrücke steht bevor

Nach mehr als 56 Stunden im Regierungsviertel wurde nun die Aufforderung der Polizei ausgesprochen die Brücke zu verlassen. Die Menschen sammeln ihre Sachen zusammen und suchen sich einen Fleck auf dem Boden oder auch in der Luft, rund um das lieb gewonnene Floßhotel Rebellia, um zu signalisieren: Wir bleiben, bis ihr handelt.

Während der Räumung wird trotz Regen gesungen und getrommelt. Die Stimmung ist weiterhin ruhig und friedlich.

Foto: Extinction Rebellion
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9:00 Handelt Jetzt - auch im Norden

XR Dänemark, XR Finnland, XR Norwegen und XR Schweden waren heute früh mit etwa 100 bis 150 Rebell:innen vor den skandinavischen Botschaften, um auch ihre Regierungen zum Handeln aufzufordern.

Foto: Extinction Rebellion
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8:00 Sitzblockade vor dem Wirtschaftsministerium

Unser Protest richtet sich in erster Linie an die Regierung. Wir fordern, dass die Regierung endlich das Ausmaß der Krise anerkennt und JETZT entsprechend handelt. Deswegen sitzen, stehen, liegen, gehen und tanzen wir seit inzwischen fünf Tagen durch Berlin. Heute früh haben sich etwa 30 Menschen dazu entschlossen vor dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zu sitzen, um die Krise in den Fokus der Mitarbeiter:innen zu bringen, bevor dann um 13:00 Uhr die große Demo am Brandenburger Tor startet.

Foto: Extinction Rebellion
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