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Liebe Medien...

...euch kommt in der Klimakrise eine riesige Verantwortung zu – die der Aufklärung. Um diese Herausforderung mit der nötigen Dringlichkeit und Konsequenz zu bewältigen, braucht es jetzt alle.



Updates

Folgende Medien haben sich zu einem Gespräch bereit erklärt!

Unsere Ökosysteme sterben viel zu leise

Eine Randberichterstattung im Umwelt- oder Wissensresort wird unserer Lage nicht gerecht. Der weltweite Klimanotstand ist Realität, die Wissenschaft ist sich einig: Wenn wir nicht unverzüglich handeln und Emissionen reduzieren, werden Hitze, Stürme, Waldbrände und Eisschmelze einen erheblichen Teil der Erde unbewohnbar machen. Es drohen Kriege um Nahrung, Wasser und Land.

Geleitet von der Wissenschaft haben Journalist:innen die Covid-19 Pandemie als Notfall beschrieben, ihre verheerenden Auswirkungen aufgezeigt, Desinformation angeprangert und erklärt, wie wir uns schützen können. Wir brauchen das gleiche Engagement für die Biodiversitäts- und Klimaberichterstattung! Und auch hier drängt die Zeit.

Nennt die Krise beim Namen!

Warum "Notfall"? Weil Worte wichtig sind und unsere Wahrnehmung prägen! Statt verharmlosend von "Klimawandel" zu schreiben, sollten konsequent die Begriffe "Klimakrise" und "Klimakatastrophe" verwendet werden. Internationale Medien wie The Guardian haben sich bereits einen Sprachleitfaden zur Klimakrise gegeben. Die Initiative "Covering Climate Now" hat z.B. 10 Punkte zusammengestellt, die Journalist:innen beachten können.

Zeigt Zusammenhänge auf!

Die Klimakrise findet jetzt statt. Vor unserer Haustür. Sie ist keine Zukunftskrise oder Problem weit entfernter Länder, auch wenn Menschen dort schon heute sehr viel stärker betroffen sind. Das häufigere Auftreten von Pandemien, Dürren, Naturkatastrophen aufgrund der Klima- und ökologischen Krise finden noch zu wenig Aufmerksamkeit.

Verschiedene gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Themen wie der Verkehr, der Konsum, der Ressourcenverbrauch, die Massentierhaltung, der Energiesektor oder die Industrie sollten grundsätzlich im Zusammenhang mit der Klimakrise betrachtet werden. Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass tiefgreifende Veränderungen und Maßnahmen akzeptiert werden, wenn sie gut erklärt werden! Deshalb brauchen wir ressortübergreifende Recherche-Teams zur ökologischen und Klimakrise!

Fakten sind keine Meinung!

Berichte über Klimakrise und Biodiversitätsverlust kommen in deutschen Medien oft in Form von Meinungsbeiträgen vor. Es handelt sich jedoch um keine Sichtweise, Ideologie oder Interesse bestimmter Parteien, denn Fakten sind keine Meinungen. Der Einsatz von Journalist:innen, Politiker:innen und Wissenschaftler:innen für das Klima und gesellschaftliche Transformation sollte auch nicht als "Aktivismus" gewertet werden. Stattdessen muss klar aufgezeigt werden, dass wir dringend handeln müssen. Auch Konzernlobbyismus muss beim Namen genannt und aufgezeigt werden! Biodiversitätsforscher:innen und Klimawissenschaftler:innen brauchen ebenso eine Bühne wie Wirtschaftsbosse – oder gar eine größere.

Keine falsche Ausgewogenheit! 

Eine möglichst neutrale Berichterstattung gehört zu den Grundfesten des Journalismus. Aber häufig wird in Redaktionen geglaubt, eine falsche Ausgewogenheit herstellen zu müssen. So werden wissenschaftliche Argumente gegenüber Konzerninteressen als gleichberechtigte Positionen dargestellt und Aussagen von Politiker:innen nicht eingeordnet. Über Proteste der Klimabewegung wird zwar berichtet, aber kaum über die Inhalte oder Gründe für den Protest bzw. die Forderungen der Klimabewegungen. Vor allem in Deutschland wird die Klimakrise oft als Thema für Technikbegeisterte und Innovation verkauft, dies trägt jedoch eher zur Verharmlosung als zur Aufklärung bei. Rein technische Lösungen werden uns nicht retten! Letztendlich hängt es an den Emissionen.

Fragt nach dem Budget!

Es ist die unangenehmste Frage dieser Zeit – der globale Temperaturanstieg hängt von den Treibhausgasen ab, die wir ausstoßen. Im Pariser Abkommen wurde eine Grenze für 1.5°C, maximal 2°C gezogen. Bereits diese Menge an Erhitzung ist verheerend und bedroht schon jetzt das Leben und die Lebensgrundlagen vieler Menschen weltweit. Das für 1.5°C verbleibende Budget, welches wir noch weltweit noch ausstoßen dürfen, ist gering. Alle großen deutschen Parteien drücken sich vor klaren Emissionsbudgets, weil daran schnell klar wird, wie nachlässig wir gewesen sind und vor welchen Herausforderungen wir jetzt stehen. Während wir tagtäglich über Fallzahlen und Inzidenzwerte zu Corona informiert werden, finden klare Emissionsbudgets und deren Aufschlüsselung bisher wenig Beachtung.

Alle sind jetzt gefragt!

Die gute Nachricht: Hier gibt es richtig was zu tun. Wir brauchen alle Fachbereiche, die unterschiedlichsten Perspektiven und Fähigkeiten. Schenkt der Wissenschaft Gehör, bringt die Klimakrise auf die Titelseite! Danke für eure Unterstützung!

»Journalist:innen, nehmt die Klimakrise endlich ernst!«

– Sara Schurmann in einem offenen Brief an Kolleg:innen

Alle Aktionen

24. Mai

Hamburg

Warm Up zur dezentralen Medien Wave. Unter dem Motto "Politiker*innen versagen" wurde an den Landungsbrücken ein riesiger rosa Wal aufgebaut. Ein 7-stündiges Programm sorgt für richtig rebellische Stimmung bei besten Wetter. Wir erreichen hunderte Menschen. Parents for Future waren unter anderen beteiligt. "Wir haben keine Wahl" - aber einen Wal.

Der Hamburger Hafen ist ein Beispiel dafür, dass trotz schöner Worte, an klima- und umweltzerstörerischen Projekten fest gehalten wird. Wirtschaftliche Belange haben weiterhin Vorrang vor dringend notwendigen Veränderungen. Der Hamburger Hafen hat eine lange Tradition von kolonialistischer Ausbeutung, miesen Arbeitsbedingungen und ökologischer Zerstörung. Elbvertiefung und Luftverschmutzung durch Container- und Kreuzfahrtschiffe sind nur einige Stichworte.

#WasserbiszumHals

26. Mai

Hamburg

XR Hamburg blockiert den Verkehr auf der Köhlbrandbrücke am Hafen –auf dem Verkehrsknotenpunkt mussten Containerlieferungen über mehrere Stunden warten. Wir stören, bis ihr handelt!

Das Rathaus wurde mit mehreren Litern pinker Farbe versehen – “Der Senat spielt den Notfall herunter. Es ist jetzt an uns, auf die unbequeme Realität zu schauen und Alarm zu schlagen.” sagt Aktivist Henning.

Mit einem offenen Brief fordern sie den Hamburger Senat auf, dem klimatischen Notfall entsprechend zu handeln und einen repräsentativ gelosten Bürger:innenrat einzuberufen und einen Plan für ein klimaneutrales Hamburg 2025 festzulegen. In der Innenstadt sprachen Klimaschützer:innen Hamburger:innen direkt auf den Notfall an.

Den offenen Brief des Nordbündnisses an Medienschaffende könnt ihr hier runterladen (PDF).

#WasserbiszumHals

27. Mai

Bielefeld

Die Redaktion der Neuen Westfälischen ist zu einem Gespräch über die Bedeutung und Darstellung von Klimathemen in der Berichterstattung eingeladen worden, hat diese jedoch abgelehnt: Diskussion und Reflexion der Medienrolle war nicht erwünscht. Man arbeite bereits professionell, ein Folgegespräch ist aber angesetzt.

Düsseldorf

Nach einer Demonstration gegen die Kriminalisierung der Klimagerechtigkeitsbewegung vor dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) fahren Rebell:innen spontan zum Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF), die Studioleiterin ist bereit ins Gespräch zu gehen. Hier ein Eindruck! Danach sprechen sie mit dem Handelsblatt (Leiterin Journalismus Live und Energieredakteurin) über die Berichterstattung zur Klimakrise.

Hamburg

Vor dem Medienhaus Gruner + Jahr tragen Rebell:innen zur Mittagszeit die Botschaft "Die Klimakrise ist hier!" auf ihren nackten Oberkörpern, um auf die Verletzlichkeit des Lebens und der Erde hinzuweisen.

Am ZDF plakatieren die Rebell:innen großformatige wissenschaftliche Artikel zur Klimakrise um zu zeigen, dass es sich bei diesem Thema nicht um eine Meinung, sondern um nachgewiesene Fakten handelt.

Vor der Bauer Media Group klebten sich Rebell:innen an den Eingang und präsentierten erneut Botschaften auf nackten Oberkörpern und Bannern.

Landshut

In Landshut haben wir einfach selbst eine Zeitung gedruckt, Ähnlichkeiten mit anderen Tageszeitungen sind nicht ausgeschlossen! Die Rebell:innen sind mit der Landshuter Zeitung in ein konstruktives Gespräch gekommen und haben der LZ die ersten Exemplare der Sonderausgabe übergeben. Zum Bericht der Ortsgruppe.

Leipzig

Vor dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) wurde frühmorgens ein Denkmal aufgebaut, das den MDR an die Verantwortung der Medien in der Klimakrise erinnern soll. Es trägt die Aufschrift "27.5.2021 // 419 ppm CO2 // Wir werden nicht sagen können, wir hätten nicht gewusst, was zu tun war".

Mit Erfolg: Unsere Rebell:innen haben eine Zusage bekommen, zum nächsten Regelgespräch zwischen MDR und Umweltgruppen eingeladen zu werden! Und auf einen offenen Brief wurde intern ein Prozess angestoßen, um sich mit der Thematik auseinanderzusetzen – wir freuen uns auf eine Antwort.

UPDATE 22.07.2021: "MDR will Klimaberichterstattung ausbauen"

München

Weist mit Schlagzeilen auf Zeitungskästen auf die Klimakrise hin und hat sich vor den Bayerischen Rundfunk (BR) gesetzt. Zwei Aktivist:innen kleben außerdem am Tresen im Eingangsfoyer.

🔴 Zur Live-Aufnahme im BR (YouTube) 🎥

Stuttgart

Rebell:innen sitzen vor dem Eingang des Südwestrundfunks (SWR). Mit Erfolg – der SWR hat sich zu einem Gespräch mit XR bereit erklärt!

28. Mai

Hamburg

Rebell:innen stören erneut den Hafenverkehr auf der Köhlbrandbrücke mit einem Lock-On, trotz massiver Polizeipräsenz an allen Enden der Brücke gelangen vier Aktivist:innen auf die Fahrbahn. "Die Aktion richtet sich gegen die aktuelle Klimapolitik, da unsere Politiker anscheinend immer noch keine Vorstellung davon haben, wie drastisch der Unterschied zwischen einer 1,5- und 2-Grad heißeren Welt ist.“, sagt einer der angeketteten Rebell:innen.

Unter dem Motto „Uns steht das Wasser bis zum Hals“ blockieren ca. 40 Rebell:innen die Sternschanze. Die Aktivist:innen fordern vom Hamburger Senat ambitionierte Klimapolitik. „Durch die derzeitige Klimapolitik des Hamburger Senats werden Bauern im Alten Land schon bald mit gravierenden Ernteausfällen zu kämpfen haben. Zudem wird durch den Meeresspiegelanstieg und durch die fatale Elbvertiefung den Apfelbauern ausschließlich zur Bewässerung ungeeignetes Salzwasser zur Verfügung stehen. Dies ist nur eine von unzähligen, globalen Auswirkungen der Klimakatastrophe, die auch bei uns zu Lebensmittelknappheit führen wird“, sagt der Pressesprecher der Aktion.

Fotos der Aktionen

Findet ihr auch in unserem Public Press Pool.

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Liebe Medien – die Klimakrise gehört nicht in eine Wissens- oder Umwelt-Rubrik. Es ist eine der größten Krisen, wenn nicht die größte, unserer Geschichte. Nehmt das endlich ernst! #Klimakrise #NewsRebellion #ZeigtDieZerstörung https://extinctionrebellion.de/news-rebellion/
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Liebe Medien, räumt der Klimakrise ENDLICH die nötige Präsenz ein. Die Bedrohung ist bereits existenziell für viele Menschen und noch viel mehr für junge und kommende Generationen! #KlimakriseISTjetzt #NewsRebellion #ZeigtDieZerstörung https://extinctionrebellion.de/news-rebellion/
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📂 Medien └📁 Wissenschaftsteil └📁 Umwelt └⚠️ Klimakrise betrifft alle Bereiche! #NewsRebellion #ZeigtDieZerstörung https://extinctionrebellion.de/news-rebellion/
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