Diskussions-Veranstaltung mit Katja Diehl, Tobi Rosswog & Thorsten Donnermeier
Die rücksichtslose Ausbeutung von Mensch und Natur haben uns in eine Vielfachkrise geführt (Klimakatastrophe, Artensterben, Demokratie-, Armuts- und Gesellschaftskrise usw.). Diese Krisen sind systembedingt. Und das müssen wir ändern! Aber wie?
Es geht nicht darum, Autos zu hassen oder Arbeitsplätze zu feiern. Es geht darum, sich ehrlich zu fragen: Was brauchen wir wirklich? Und wer entscheidet eigentlich, was produziert wird? Und wie schaffen wir weltweit nachhaltige Verhältnisse für ein gutes Leben – jetzt und für zukünftige Generationen?
Die Veranstaltung ist Gespräch und Diskussion von und mit der Mobilitäts-expertin Katja Diehl, dem Aktivisten Tobi Rosswog & dem VW-Arbeiter Thorsten Donnermeier über den Umbau der Industrie und der gesamten Gesellschaft hin zum Guten Leben für Alle. Raus aus der Wirtschaft, die für Profit produziert und rein in eine Gesellschaft, die für Bedürfnisse und das Gemeinwohl schafft. Über die Verbindung von sozialer und ökologischer Gerechtigkeit. Über Antifaschismus und Antimilitarismus.
Eine Diskussion über eine Gesellschaft, die niemanden zurücklässt und gleichzeitig dem Planeten nicht den Boden entzieht. Wie wir da hinkommen und was wir selbst dafür tun können. Und vor allem darüber, dass Veränderung nur gemeinsam funktioniert.
Veranstalter: Zukunftsakademie Freiburg
Unterstützer und auch teils bei der Veranstaltung dabei:
Katja Diehl, geboren 1973, hat sich voll und ganz dem Mobilitätswandel verschrieben. Nach 15 Jahren in teils leitenden Funktionen der Mobilitäts- und Logistikbranche verändert sie das System nun mit ihrer Expertise von außen. Sie hostet den Podcast »SheDrivesMobility«, in dem sie seit 2019 über nachhaltige Mobilität, Feminismus und Verkehrspolitik spricht. Für ihre Arbeit hat sie zahlreiche Auszeichnungen erhalten: So zählte sie der »Focus« zu den »100 Frauen des Jahres« und sie gilt als eine der »Remarkable Women in Transport«.
Ihr erstes Buch »Autokorrektur – Mobilität für eine lebenswerte Welt« (2022) war wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste und erhielt den Leserpreis des Deutschen Wirtschaftsbuchpreises 2022 sowie den Deutschen Mobilitätspreis in der Kategorie Menschen. Mittlerweile sind drei Bücher von ihr bei S.Fischer Verlag erschienen, ein Kinderbuch beim EMF-Verlag.
Tobi Rosswog, geboren 1990, hat sein Studium erfolgreich abgebrochen, um Karriere zu verweigern und die Theorie zur Praxis zu machen. Damals wagte er das Experiment auch all sein Geld zu verschenken und zweieinhalb Jahre geldfrei zu leben, um den Überfluss dieser Wegwerfgesellschaft zu kritisieren.
Als Aktivist, Autor und freier Dozent gibt er jährlich rund 150 Vorträge an allen möglichen Orten, auch in der freien Wirtschaft wie bspw. bei VW oder Daimler, um Impulse zu geben, die mal mehr irritieren oder inspirieren.
Sein erstes Buch “AFTER WORK” wurde von der nachhaltigen Triodosbank 2018 zu den “Neun Bücher, um Wirtschaft neu zu denken” gezählt. Innerhalb der Kampagne “VW steht für VerkehrsWende” in der Höhle des Löwen der Automobilindustrie am VW-Stammsitz in Wolfsburg hat er mit kämpferischen Arbeiter*innen und kreativen Aktivist*innen in über 100 bunten Aktionen den automobilen Konsens versucht aufzubrechen.
Thorsten Donnermeier, geboren 1968, arbeitet seit über 40 Jahren bei VW im zweitgrößten deutschen Werk in Kassel-Baunatal und ist dort in unterschiedlichen Funktionen für die IG Metall tätig, damit die Interessen der Beschäftigten in den Vordergrund gestellt werden. Publik forum nannte ihn “Auto-Skeptiker” und Deutschlandfunk machte ein 45 minütiges Feature mit ihm unter dem Titel “Von VW-Arbeitern, die keine Autos mehr bauen wollen”.
2023 wurde er durch kreative Aktionen in der Verkehrswendestadt Wolfsburg “aufgeweckt” und kämpft seitdem mit weiteren Kolleg*innen standortübergreifend zusammen mit den Aktivist*innen – wie bspw. Tobi Rosswog – zusammen.
Seine Reden auf den Betriebsratsversamm-lungen und VW-Hauptversammlungen sind gefürchtet, weil er klar und deutlich ausspricht, was ist. Radikale Kritik und eine Prise Selbstermächtigung, diese zwei Zutaten sind es, die seine Reden so würzig und über das Firmenlogo VW hinaus bekannt machen.