BerlinBlockieren Tag 6

Geschrieben von XR Deutschland am 12.10.2019

„Seit Jahren versuchen Menschen, ihre Regierungen dazu zu bringen, endlich angemessen auf die ökologische Krise zu reagieren – ohne Erfolg. Wir haben schlicht keine Zeit mehr. Nur durch eine weltweite Rebellion können wir die Schäden noch begrenzen. Wir sind Teil einer globalen Bewegung.“

Annemarie Botzki, 32


Unsere größte "Baustelle" ist heute weiterhin das Bundenministerium für Umwelt und Naturschutz (BMU). Mit dem Klimapaket freut sich das BMU über ein verbindliches Gesetz - wir sagen: Vielleicht ist das ein erster, winziger Schritt, aber es reicht beileibe nicht aus. Deswegen steht der heutige Tag in der Blockade der Stresemannstraaße ganz unter dem Motto BMU wachrütteln.

Mit Vorträgen, Workshops und Versammlungen für jung und alt haben wir inhaltlich weiter gearbeitet - auch an einem Samstag. Eingeladen mitzumachen sind nicht nur alle Rebell:innen, auch Freund:innen, Familien, Nachbar:innen und Kolleg:innen.


Foto: Extinction Rebellion

23:00 BMU-Blockade going strong

Die Blockade am Umweltministerium ist gekommen, um zu bleiben. Nach getaner Arbeit in Talks und Workshops wird gefeiert, geplant, gejammed, geschlafen und entspannt. Es gibt natürlich Konzerte - seit 22 Uhr spielt Monolink. Die Stimmung ist wunderbar!

Bringt euch ein - oder tanzt einfach mit uns in die Nacht und bezieht unser gemütliches neues Zuhause.


16:15 Der XR Chor in der Mall of Berlin

Mit unserem wunderbaren Songrepertoire hat der XR Chor heute die Mall of Berlin bespielt: "Von der blauen Erde kommen wir" ein umgedichtetes "Imagine" und vieles mehr war im Programm. Dem ganzen folgte dann noch eine Flashmob-Tanzeinlage. Ziel der Show war auf die Problematik der Modeindustrie aufmerksam zu machen: Denn Klimagerechtigkeit verträgt sich nicht mit FastFashion - eine Industrie, die schonungslos Menschen und Ressourcen ausbeutet.

Foto: Extinction Rebellion
Foto: Extinction Rebellion


15:45 Hereinspaziert?

Am Brandenburger Tor wurden drei Türen mit Blick zum Reichstagsgebäude aufgebaut. Sie symbolisierten die Zugänge zur Regierung: der Eingang für die Wirtschaft war groß und komfortabel und mit rotem Teppich, Butler und "Häppchen" ausgestattet. Für Bürger:innen gab es einen Eingang mit Security Check und der Eingang für die Kinder war verbarrikadiert. Die Installation bezog sich auf die Frage: für wen wird Politik gemacht?

Gleichzeitig mit dieser Inszenierung fand daneben eine offene Versammlung statt die direkte Demokratie üben soll.

Die Aktion war ein Hinweis auf unsere 3. Forderung und Kritik am derzeitigen System.

Foto: Extinction Rebellion
Foto: Extinction Rebellion
Foto: Extinction Rebellion
Foto: Extinction Rebellion
Foto: Extinction Rebellion


14:30 Die Red Rebels treffen auf Moby Dick

Die Ausstellung am Haus der Kulturen wird von uns mit Die-Ins und Performances der Red Rebels untermalt. Etwa 40 Rebell:innen "starben" dabei rund um Moby Dick - unser Wal konstruiert aus einem Holzgerüst. Währenddessen schritten die Red Rebels mit ihrer mystischen Ausstrahlung langsam um die Toten und den Wal herum. Nach gut 20 Minuten erwachten die Rebell:innen wieder und lauschten dem ruhig vorgetragenen "Statement of Intent": Wir sind hier, um dieser wunderbaren Erde zu helfen, um all den bedrohten Arten ein Weiterleben zu ermöglichen und um die Schönheit der Natur zu erhalten. Die ernste und friedvolle Zeremonie gab allen etwas Zeit, sich zu erden und sich mit der eigenen Motivation für die Rebellion zu verbinden.

Foto: Extinction Rebellion
Foto: Extinction Rebellion
Foto: Extinction Rebellion


13:00 Die Stimmen der Kinder

Bei XR kommen auch diejenigen zu Wort, die am stärksten von den Folgen der "Weiter So" Politik betroffen sein werden. Vor dem Bundesumweltministerium findet eine offene Versammlung für Kinder statt. Thema: Wie sollen die Erwachsenen sich verhalten? Es nehmen etwa 50 Kinder zwischen 6 und 13 Jahren an der Versammlung teil.

Foto: Extinction Rebellion


Foto: Extinction Rebellion

12:30 Fortsetzung am BMI

Nach einer guten Stunde bietet die Polizei an, die Versammlung als angemeldete Kundgebung auf dem Bürgersteig fortzusetzen. Die Rebell:innen lehnen dieses Angebot ab. Die Polizei sprach drei Aufforderungen aus, die Fahrbahn zu räumen, ansonsten würden polizeiliche Maßnahmen ergriffen. Der Großteil der Rebell:innen blieb sitzen, so dass die Polizei ab etwa 13 Uhr mit einem großen Aufgebot beginnt, ungefähr dreißig Rebell:innen wegzutragen. Diese werden danach zur Feststellung der Personalien abgeführt. Zusätzlich spricht die Polizei Platzverweise aus und leitet Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten ein.
Wie bei allen XR Aktionen stehen wir mit unserem Namen zu unseren Handlungen.


12:00 Der Wal ist gestrandet

Vor der "schwangeren Auster" ist ein Wal auf Land getroffen. Wenn die Politik so weiter macht, könnte er bald wieder Wasser um sich haben...

Foto: Extinction Rebellion


11:40 Hallo Bundesinnenministerium

Unter dem Motto „Nicht wir blockieren, Horst blockiert“ und "Die Klimakrise kennt kein Wochenende“ blockieren ungefähr 50 XR-ler:innen aus ganz Deutschland die Straße vor dem Innenministerium. Die Mittel: ein großflächiges Die-In und der Schriftzug „Klimanotstand“ vor dem Ministerium.

Die klare Bitte an die CSU steht auf einem Banner: "Liebe CSU - Erhalten Sie die Schöpfung" - in Worten, die die christliche Union hoffentlich versteht.


9:00 Das große Rebell:innenlager erwacht

Während die Politik ihren Job nicht macht, gehen wir in die Überstunden. Das große Lager vorm Bundesumweltministerium (BMU) summt vor lauter Energie. Übernachtet haben hier gut 500 Rebell:innen nach einem langen und atmosphärischen Freitagabend.