Bild von Joe Pohl

Kunstaktion für den Kohleausstieg

Obwohl die Stadt Heidelberg schon 2019 den Klimanotstand ausgerufen hat, hält die Stadt immer noch an ihrem Vertrag mit dem Großkraftwerk Mannheim, einem der dreckigstem Großkraftwerke Europas, fest und bezieht daraus über 50% ihrer Fernwärme.

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Ein Ausstieg aus der Kohle ist erst für 2030 geplant, also nach Portugal, Österreich, Schweden und vielen weiteren Ländern und das obwohl sich die Stadt gerne als Vorreiterin im Klimaschutz darstellt und durch ihre gute geographische Lage mit Geothermie und Flusswärme auch ohne Erdgas und Wasserstoff vielfältige Möglichkeiten für eine klimaneutrale Fernwärme geboten bekommt.

Mit blutverschmierten Händen und Kohlebergen forderten wir, dass der ausgerufene Klimanotstand ernstgenommen und bereits 2025 aus den fossilen Brennstoffen ausgestiegen wird.

In der Choreographie wurden Menschen, angetrieben von Lobbyist:innen mit blutverschmierten Händen, unter einem Berg an gebastelter Kohle vergraben. Danach wuschen sich die dargestellten Lobbyist:innen die Hände rein und grün. Im Anschluss an die Performance wurden mehrere Reden gehalten, u.a. von der Initiative Mannheim kohlefrei.

Die Redner:innen bewerteten die bei einem Kohleausstieg als wichtiger angesehenen wirtschaftlichen Auswirkungen gegenüber den überaus kritischen Umwelt- und Klimafolgen. Neben den weiterhin verheerenden Arbeitsbedingungen in den Ländern der Kohlegewinnung lassen sich weder Klima- noch Nachhaltigkeitsziele erreichen - Kolumbien ist uns fast so nah wie die Klimakatastrophe selbst. Wenn die Politik weiter die Interessen subventionierter Konzerne vor die unseres Ökosystems stellt, werden die Folgen noch gravierender und sehr bald nicht mehr zu kompensieren sein - nicht nur im globalen Süden sondern auch hier bei uns. Wer sich wie wir den Konzerninteressen entgegenstellt, wird wegen Bagatellen abgestraft und soll zermürbt werden wie das Beispiel an einem Aktivisten vor dem Amtsgericht Mannheim zeigt - dort ist eine Nadel im Gürtel der Anklagegrund für versuchte schwere Körperverletzung.

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