Unser Brief an den Gemeinderat


Diese Aktion ist Teil von unserer Kampagne: Heidelberg, nimm den Klimanotstand ernst!



Obwohl Heidelberg 2019 den Klimanotstand ausgerufen hat möchte die Stadt bis 2030 Fernwwärme aus dem Großkraftwerk Mannheim beziehen, einem der dreckigsten Kohlekraftwerke Europas. Deshalb haben wir im November haben wir an alle Gemeinderatsfraktionen einen Brief geschrieben:

Liebe Stadträt:innen,



die Klimakrise spitzt sich immer weiter zu und während sie an anderen Orten dieser Welt schon für katastrophale Auswirkungen sorgt, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis diese auch in Deutschland ankommen.

Wir haben Angst um unsere Zukunft und erst Recht um die Zukunft unserer Kinder und Enkel. Denn die Folgen der Erderwärmung und des Globalen Artensterbens sind enorm: Steigende Meeresspiegel, längere und intensivere Hitzewellen, härtere Dürreperioden, häufigere Waldbrände, extremere Stürme und Überschwemmungen.

Endlich, aber viel zu langsam, scheint nun doch etwas Bewegung in den Kampf gegen die enorme Bedrohung unserer Lebensgrundlagen zu kommen. So rief auch die Stadt Heidelberg vor gut einem Jahr den Klimanotstand aus, um anzuerkennen, dass wir einer beispiellosen Krise entgegensehen und uns dieser stellen müssen. Wir waren damals froh, dass Sie das Problem und die Ernsthaftigkeit erkannt haben. Die Erkenntnis ist der erste Schritt im Kampf gegen die Klimakrise. Aber leider nur der Erste…

Denn während die Wissenschaft klipp und klar sagt, dass schnell gehandelt werden muss, bezieht Heidelberg immer noch 75% der Fernwärme direkt aus dem Großkraftwerk Mannheim, einem der dreckigsten Kohlekraftwerke Europas.

Erst 2030 soll dies ein Ende haben, also wenn Schweden, Griechenland, Großbritannien, Österreich, Portugal, Frankreich und viele weitere Länder schon längst aus der Kohle ausgestiegen sind. Ganze fünf Jahre nachdem auch die deutschen Kohlekraftwerke schließen müssten, damit die 1,5°C noch eingehalten werden.

Es ist erschreckend, dass eine Stadt, die sich gerne als “Wissenschaftsstadt” bezeichnet und vor mehr als einem Jahr die Katastrophe anerkannt hat, nun ihren Teil dazu beiträgt, den Kohleausstieg immer weiter nach hinten zu verschieben und somit alles zu riskieren.

Auch eine Umrüstung des GKMs auf Erdgas würde das Problem nicht lösen, sondern durch die gewaltigen Methanemissionen die Klimakrise weiter verschärfen. Wir brauchen eine vollständig nachhaltige Fernwärme ohne Emissionen.

2023 läuft der Vertrag der Stadtwerke mit dem Großkraftwerk aus, bis dahin ist noch Zeit zu handeln! Deshalb fordern wir Sie als gewählte Volksvertretung auf:

Nehmen Sie den Klimanotstand ernst. Bis spätestens 2025 muss Heidelberg aufhören Fernwärme aus dem Großkraftwerk Mannheim zu beziehen!
Wir fordern Sie auf, zum Thema der nachhaltigen Energieversorgung Stellung zu beziehen und die öffentliche Erarbeitung einer Strategie wie die Belastung der Umwelt durch Fernkraftwärme aus dem Großkraftwerk Mannheim in naher Zukunft reduziert werden kann.

Damit wir alle eine Zukunft haben.

Mit freundlichen Grüßen,

Extinction Rebellion Heidelberg

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