Swarming auf der Diplomatenrennbahn

Der Sommer ist da, das Wetter ist schön und trotzdem fahren alle mit dem Auto zum Bäcker? So praktisch es manchmal ist, sich mit Klimaanlage zum Bioladen zu kutschieren, so wütend macht es auch. Wütend wenn man bedenkt, dass der Straßenverkehr nach wie vor für gut 18% der CO2 Emissionen weltweit verantwortlich ist. Allein in Deutschland waren es 2017 ganze 115 Millionen Tonnen! 6,4 % mehr als noch 2010.

Vor allem stärkere Motoren und Dieselfahrzeuge sind für den Zuwachs an CO2 Emissionen verantwortlich.

Ein besonderes Schmankerl für alle SUV-Fans: Für den Zuwachs sind vor allem stärkere Motoren und die Zunahme an Dieselfahrzeugen auf deutschen Straßen verantwortlich. Da hilft es auch nichts, wenn Lieschen Müller zum Ausgleich nur noch Bio kauft. Autos – insbesondere leistungsstarke SUVs – gehören nach wie vor zu den größten Klimasünden.

Bei unserem Swarming wurden wir von zahlreichen weiteren Ortsgruppen unterstützt, darunter Fridays For Future und die Klimawache Bonn.

Aber was kann man tun, um Gewohnheitsfahrer dazu zu bringen, zumindest an guten Tagen aufs Fahrrad umzusatteln? Und nein, vorbeifahrende SUVs mit Eiern zu bewerfen ist keine Lösung! Eine sehr etablierte Protestform von Extinction Rebellion ist das sogenannte Swarming. Über einen gewissen Zeitraum – etwa eine Stunde – wird eine Verkehrsstraße immer wieder für ca. 5 Minuten durch Aktivisten versperrt. Diese überqueren bei grün die Straße und blockieren diese über die Ampelzeit hinaus für die Autofahrer.

Swarmings dienen nicht dazu, Einzelpersonen anzuklagen, sondern dazu, sie zum Nachdenken zu bewegen.

Wichtig dabei ist, Eskalationen zu vermeiden. Während der 5 Minuten gehen einige Aktivisten von Auto zu Auto, verteilen Flyer und vegane Kekse, erklären den Autofahrern den Grund der Aktion und bitten sie, den Motor während der Wartezeit auszuschalten. Oft entstehen dabei längere und fruchtbare Gespräche. Denn das Swarming dient nicht dazu, Einzelpersonen anzuklagen, sondern dazu, sie zum Nachdenken zu bewegen.

Trotz Polizei vor Ort, kann es bei Swarmings immer passieren, dass Autofahrer die Geduld verlieren.

Obwohl Swarmings wie das unsrige (am 04.07. auf der B9) größtenteils friedlich verlaufen, gibt es immer wieder Autofahrer, denen die 5 Minuten zu lang sind. Während einige den Umweg über den Fußgängerweg suchen, beschleunigen andere, um dann kurz vor der Menschenkette zum Stehen zu kommen. Bei unserer Aktion am Donnerstag kam es in diesem Zusammenhang sogar zu einer Anzeige gegen eine Autofahrerin durch die anwesenden Polizisten.

Man kann nicht bei allen Autofahrern auf offene Ohren stoßen. Dementsprechend sollte man gelassen reagieren.

Momente wie diese sind Gott sei Dank selten und machen nur einen sehr geringen Teil der Aktion aus. Trotzdem sollte man sich vor einem Swarming bewusst machen, dass man nicht bei allen Autofahrern auf offene Ohren stößt und dementsprechend gelassen reagieren. Vor allem in einer größeren Aktivistengruppe fällt das aber besonders leicht. Dementsprechend groß war die Freude über die tatkräftige Unterstützung durch weitere Ortsgruppen, wie Fridays For Future und die Bonner Klimawache.

Du möchtest bei unserer nächsten Aktion dabei sein? Weitere Infos findest du hier.