Forests for future statt highways to hell

Geschrieben von XR München am 15.10.2020

Heute stehen wir in Solidarität mit den Waldbesetzer:innen des Dannenröder Forstes vor dem Verkehrsministerium. Das bayerische Verkehrsministerium baut zwar nicht die A49 durch diesen gesunden Wald. Aber auch das bayerische Verkehrsministerium sorgt dafür, dass wir mit Vollgas in die Klimakrise rauschen, indem es zum Beispiel die A94 ausbaut.

In Hessen sollen 43 km Autobahn 64-85 Hektar des Dannenröder und des Herrenwaldes zerstören. Und das, obwohl Förster 2019 bereits den Klimanotstand für den Wald ausgerufen haben. Ihr Sprecher sagt: „Der Wald ist systemrelevant. Seine Rettung ist alle Anstrengung wert.“

Es ist so absurd, was gerade passiert. Wir wissen, dass gesunde Wälder wie der Danni effektive CO2- Speicher mit positiven Auswirkungen auf das Klima sind. Wir wissen, dass Rodungen und der Bau von Autobahnen zu einem hohen CO2-Ausstoß führen. Wir wissen, dass sich die Klimakrise aufgrund der CO2-Emissionen täglich verschärft. Mit diesem Wissen, wissen wir auch, dass wir die Zerstörung stoppen MÜSSEN. Wir wissen, jeder Wald muss bleiben. Hambi bleibt. Danni bleibt. Forests for future statt Highways to hell.

Weil wir Menschen unsere Erde täglich mehr zerstören, ist die Klimakrise an vielen Orten der Welt bereits eine Klimakatastrophe. Wassermangel, Ressourcenverknappung, Desertifikation. Das sind alles keine abstrakten Konzepte mehr. Sie sind Teil der Wirklichkeit. Eine Wirklichkeit, die Menschen ungeheures Leid zufügt. Wir steuern auf eine Erderhitzung von 4° Celsius zu – dabei werden die Tropen unbewohnbar und Südeuropa zur Wüste! Menschen im globalen Süden müssen unseren Mist jetzt schon ausbaden! Klimabedingte Extremwetterereignisse haben allein 2018 16 Millionen Menschen vertrieben. 16 Millionen unnötig schlimme Einzelschicksale. Und auch deshalb sagen wir: Forests for future statt Highways to Hell!

Mehr Straßen bedeuten mehr Verkehr also mehr Emissionen und das in einer Zeit, in der die Mobilitätswende so dringend ist wie noch nie! Mit der A49 steuern wir mit Vollgas in die Klimakrise! Mit der Abholzung des Dannis zerstören wir ein Flora-Fauna-Habitat-Schutzgebiet mit einer einzigartigen Artenvielfalt! Und das in einer Zeit des 6. Massensterbens des Planeten. Wir zerstören einen wichtigen Wasserspeicher und treiben durch Flächenversiegelung die Trockenheit an. Und das in einer Zeit, in der wir in Deutschland Dürre erleben sowie das Absinken des Grundwasserspiegels. Stoppt die Zerstörung!

Es würde Sinn machen, wenn die Hunderte Millionen Euro Kosten der 43 km A49 in den Schienenverkehr und die Mobilitätswende gesteckt würden. Es würde Sinn machen, aufzuforsten anstatt abzuholzen. Es würde Sinn machen, wenn sich die Verkehrsministerien in Richtung Zukunftstauglichkeit und Nachhaltigkeit umorientieren würden. Nutzen Sie Ihr Wissen und Ihre Kompetenzen für den Ausbau und die Wiederbelebung öffentlicher Verkehrsstrukturen!

Aktuell besetzen über 100 Menschen den Dannenröder Wald. Sie beschützen unsere Mutter Erde und fordern Wald statt Asphalt. Sie lassen sich nicht von einer Räumung abschrecken. Denn sie wissen: Wälder sind systemrelevant. Wälder nähren uns, sie bieten uns und Millionen von Arten eine Lebensgrundlage. Der Hambi konnte so teilweise gerettet werden und nun sagen wir: Danni bleibt. Forests for Future anstelle von Highways to Hell. Denn, wenn wir die Wälder nicht retten, werden wir alle STERBEN.

Lisa Poettinger