Aktionskonsens


Dieser Konsens bildet den bindenden Rahmen für gewaltfreie Aktionen zivilen Ungehorsams im Rahmen der Extinction-Rebellion-Kampagne. Wer an Aktionen von XR teilnimmt, muss sich an diesen Aktionskonsens halten.

  1. Wir gehen in Aktion, um der Öffentlichkeit die Dringlichkeit der ökologischen Krise zu verdeutlichen, in der wir uns befinden. Wir handeln, um unseren Planeten, der unser zu Hause ist, zu beschützen. Wir rebellieren, weil wir und alle Lebewesen, mit denen wir diesen Planeten teilen, von der Auslöschung bedroht sind. Wir arbeiten mit anderen Gruppen und Netzwerken in und außerhalb Deutschlands zusammen- in kleineren Bezugsgruppenaktionen wie auch in Massenaktionen. Wir respektieren, dass andere Bewegungen sich von uns unterscheiden und in anderen Umständen andere Taktiken wählen.
  2. Gegenüber unseren Mitmenschen, die lediglich ihrem Alltag nachgehen, werden wir uns achtsam und respektvoll verhalten. Wir bedauern sehr, dass wir das öffentliche Leben und die öffentliche Ordnung stören müssen; gleichzeitig sehen wir uns an einem Punkt, an dem die politische, ökonomische und soziale Realität uns zu disruptiven Aktionen zwingt. Denn wir sehen, dass Aktionen nur minimalen und lokal begrenzten Einfluss entfalten, wenn sie nicht in Städten und auf öffentlichen Plätzen durchgeführt werden. Es ist uns klar, dass Menschen, die wir in ihrer Arbeit behindern, auf ihre Beschäftigungen angewiesen sind, um sich und ihre Familien zu unterhalten.
  3. Wir sind strikt gewaltfrei in unserem Handeln und unserer Kommunikation mit Angehörigen der Öffentlichkeit, der Behörden und untereinander. Wir behandeln jeden Menschen mit Würde und Respekt. Gewaltlosigkeit ist ein zentraler Aspekt unserer Rebellion,wir betrachten sie aber als ein Privileg, das nicht allen verfügbar ist. Wir übernehmen volle Verantwortung für unsere Handlungen, und untermauern dies oft durch Video- und Fotoaufnahmen unserer Aktionen.
  4. Wir handeln mit Bedacht und Vorsicht, um unsere Mitmenschen nicht in Gefahr zu bringen. Wir werden keine Aktionen unter Einfluss von Drogen oder Alkohol durchführen. Wir informieren uns laufend über die potentiellen zivil- und strafrechtlichen Konsequenzen unserer Handlungen. In den Gruppen achten wir aufeinander und sorgen aktiv für das Wohlergehen aller Gruppenmitglieder.
  5. Unsere eigene und die Sicherheit anderer steht für uns an erster Stelle. Wir planen unsere Aktionen mit Sorgfalt und Voraussicht, sodass z.B. die Durchfahrten von Rettungsdienst und Feuerwehr nicht blockiert werden. Um diesen Fällen vorzubeugen, erstellen wir Verkehrs- und Routenpläne für unsere Aktionen. 
  6. Neben Protest und zivilem Ungehorsam unterstützen wir konstruktive Ansätze, die Lösungen der uns drohenden Klima- und Biodiversitätskrise bieten. Um uns gegenseitig zu unterstützen, bauen wir ein regeneratives, kooperatives, von Verbundenheit geprägtes Miteinander auf. Wir ermutigen unsere Mitmenschen mit Positivität und der Aussicht auf Veränderung, selbst aktiv zu werden. So können wir dem bisherigen Weiter-so unser eigenes, starkes und hoffnungsvolles Narrativ entgegensetzen.
  7. Als Aktivist*innen im nördlichen Teil der Welt sind wir uns unserer vielen Privilegien bewusst und arbeiten weiter daran, die Bedeutung dessen zu verstehen. Wir handeln in Solidarität und Verbundenheit mit den vielen Aktivist*innenen für soziale und ökologische Gerechtigkeit überall auf der Welt.