Mittwoch, 17. Juni

Berlin nimmt die Verkehrswende selbst in die Hand!

Fahrradrebels fahren auf der Autobahn und blockieren die automobile Lobby vor der Zentrale des Bundesverbandes der Automobilindustrie (VDA) 

Um 8.30 Uhr schwangen sich etwa 250 Rebel Riders aus Potsdam, Lichtenberg und Tegel auf ihre Räder zu einer Sternfahrt. Alle drei Fahrrad-Züge trafen sich um 11 Uhr am Großen Stern und zogen von dort weiter in die Innenstadt bis vor das Rote Rathaus. Während zur gleichen Zeit in Berlins Zentrum 300 hupende Reisebusse demonstrierten, um auf die Situation der Tourismusbranche aufmerksam zu machen, forderten die XR-Fahrradrebell:innen am Roten Rathaus eine Verkehrswende - weg vom Auto und hin zu mehr Klimagerechtigkeit.

Um fünf vor zwölf blockierten etwa 100 Aktivist:innen die Zentrale des Bundesverbands der Automobilindustrie (VDA), der zu den größten Blockierern einer effektiven Klimapolitik gehört. Die Automobilbranche fälscht Abgaswerte, verkauft immer tödlichere Straßenpanzer und bettelt um Staatshilfen, obwohl sie Milliardenumsätze erzielt. In einem friedlichen, bunten und lauten Protestzug, der keine Emissionen ausstößt, keine fossilen Brennstoffe verbraucht und niemanden direkt oder indirekt die Gesundheit kostet, demonstrierten die Rebell:innen für eine zukunftsgerechte, autofreie Stadt. Vor der Lobbyzentrale überreichten sie dem VDA ein Präsent: einen auf den Kopf gedrehten SUV.

Zwei Aktivist:innen ketteten sich an ihre Fahrräder und formten eine Fahrradblockade direkt vor dem Eingang des Spitzenverbandes der deutschen Automobilunternehmen. Drei Aktivist:innen klebten sich an den SUV auf der Strassenkreuzung. Die XR Apes aus Leipzig sorgten für Ablenkung.

"Wir blockieren den VDA, weil dieser den Profit der Autoindustrie über die Gesundheit der Bevölkerung stellt. Verbrenner und SUVs zu fördern, ist klimagefährdend und längt nicht mehr zeitgemäß", sagt Tino Pfaff aus dem Presseteam von Extinction Rebellion.

Nach Angaben von LobbyControl hat der VDA hat zwischen 2009 und 2018 rund 6 Mio. € Spendengelder an deutsche Parteien gezahlt:

2.885.573 € an die CDU/CSU
1.259.552 € an die SPD
1.199.920 € an die FDP 
447.330 € an die Grünen

Es ist Zeit für einen Wandel: Die Vorherrschaft des Autos neigt sich dem Ende zu. Es geht darum, dabei nicht zögerlich zuzusehen, sondern diesen Prozess aktiv zu beschleunigen! Extinction Rebellion fordert: Statt Lobbyisten Gesetze mitschreiben zu lassen, sollte die Bundesregierung eine Bürger:innenversammlung einberufen! Hier könnten dann mögliche Maßnahmen erarbeitet werden, wie Deutschland bis 2025 klimaneutral wird.

Das Rhein-Main-Neckarbündnis in Wiesbaden

Rettet den Danneröder Wald - Keine A 49!

Unter dem Motto Wald statt Asphalt ✊🌳 ruft Extinction Rebellion zur Rettung des Dannenröder Waldes auf. Der Ausbau der A49 fällt in den Verantwortlichkeitsbereich von Tarek Al-Wazir, dem hessischen Verkehrsminister vom BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. Daher wurde die Parteizentrale Hessen in Wiesbaden als "Tatort Klimakrise" abgesperrt. Rebell:innen forderten eine zukunftsfähige Verkehrspolitik - ohne Abholzung des Dannenröder Waldes!

An der Aktion beteiligten sich OGs aus Wiesbaden, Gießen, Marburg, Mainz, Heidelberg, Frankfurt, Landau und Darmstadt in Solidarität mit dem "Aktionsbündnis keine A49" besteht aus BUND, NABU, Schutzgemeinschaft Gleental e.V. und der Aktionsgemeinschaft Schutz des Ohmtalsso.

Da die Partei keine Stellung beziehen wollte, wurde vor dem Verkehrsministerium Wiesbaden weiter protestiert. Denn so geht Mobilitätswende nicht! Im Anschluss bewegte sich der Demozug zur Mahnwache am Hauptbahnhof.

Dort gab es eine Kundgebung mit einem bunten Programm rund um das Thema "Wald statt Asphalt". Die geplante Rodung umfasst eine 85 Hektar große Fläche in einem wichtigen Natur- und Wasserschutzgebiet. Angesichts der akuten ökologischen Krisen (Klimakrise, Massenaussterben & Dürren) ist es unverantwortlich, intakten Wald für veraltete Verkehrskonzepte zu roden. Denn für die Bekämpfung dieser Krisen spielt der Wald eine essenzielle Rolle.

Straßenblockaden in Köln

Singend und mit Abstand und Maske begannen in der Kölner Innenstadt kurzzeitige Straßenblockaden (sogenannte Swarmings) für eine Verkehrswende und für den Erhalt des Kölner Grünsystems! Start war der Rudolfplatz, es folgten noch drei weitere Stationen. Die Rebell:innen forderten Klimagerechtigkeit, den Schutz der Artenvielfalt und eine lebenswerte Zukunft für alle Menschen und Tiere auf diesem Planeten.

Swarmings in Lüneburg

Bitte entschuldigen Sie die Störung, aber es geht ums Überleben: Nachdem bei Swarmings Hunderte Flyer verteilt wurden, wurden am Marktplatz die Forderungen von Extinction Rebellion an Oberbürgermeister Mägde und Landrat Böther überreicht. Im Anschluss forderten sie ein Rundschreiben an alle Haushalte, in dem die Klima-ökologische Krise offen kommuniziert wird. Mit der Bitte, gemeinsam über die Klimakrise zu sprechen, wurden die Aktivist:innen allerdings auf den Sommer vertröstet.

Grüne Brunnen in Siegen: Protest gegen die Brunnenvergifter

In der Siegener Oberstadt hat Extinction Rebellion das Wasser mehrerer Brunnen mit grüner Farbe gefärbt. Damit machten die Aktivist:innen auf die Gefährdung des Trinkwassers durch Umweltgifte und Schadstoffe aus der Agrarwirtschaft und Kraftwerken aufmerksam. Für die Aktion wurde aber ein unbedenklicher und ungiftiger Stoff verwendet: Uranin - ein biologisch abbaubares Färbungsmittel, das auch von Profis zur Strömungsanalyse in Gewässern eingesetzt wird.

Tote Bäume und Ökonopoly in Dortmund: Wald statt Asphalt

XR trägt das Waldsterben in die Dortmunder Innenstadt. Wer heute dort durch die Fußgängerzone schlenderte, stieß an der Thiergalerie auf abgestorbene Bäume und Straßengraffiti zum Waldsterben. Ein Die-In mahnte, dass wir uns im 6. Massenausstreben der Erdgeschichte befinden und dass weite Teile des Ökosystems zu Grunde gehen.

Wegen angeblicher Vermummung aufgrund des Kostüms schloss die Polizei einige Teilnehmer von der angemeldeten Demonstration aus.

Ein Spiel, bei dem es keine Gewinner:innen gibt

An der Dortmunder Reinoldikirche wurde heute gespielt. Außer Klimaschutz-Jenga auch Ökonopoly, dieses Mal in der Version: Wald statt Asphalt. Veranstaltet von den XR-Ortsgruppen Bochum und Dortmund traten an: RWE/Hambi, Deutsche Forstbesitzer, Amazonas/Bolsonaro und der Dannenröder Forst. Gespielt wurde nach den gängigen Regeln: Alle verlieren, wenn das Ökosystem kollabiert - insbesondere die Wälder.

Bonn: Sprechende Bäume und Steine

XR Bonn hat heute die niedrigschwellige Aktion "sprechende Bäume & Steine" gestartet. Familien mit Kindern legten in ganz Bonn selbstbemalte Steine aus und hängten Plakate für eine intakte Natur auf.