• 29 Aktivist_innen haben sich an den Zaun des Kanzleramts gekettet
  • Sie fordern die Regierung auf den Klimanotstand auszurufen
  • Extinction Rebellion fordert Systemwandel und sofortige radikale Maßnahmen gegen die Klimakrise
  • EXTINCTION REBELLION RUFT NÄCHSTE REBELLIONSWELLE FÜR 7. OKTOBER IN BERLIN AUS

Berlin, 11. Juni 2019: 29 Aktivist_innen von Extinction Rebellion und der in Deutschland neu gegründeten Organisation „Extinction Rebellion Youth“ haben sich seit heute um 11:30 Uhr am Bundeskanzleramt angekettet. Sie fordern die Bundesregierung auf, den Klimanotstand auszurufen. Die Schlüssel, um ihre Ketten zu öffnen, wurden an alle 13 Bundesminister_innen und an das Kanzleramt verschickt, gemeinsam mit persönlichen Schreiben, in denen die Aktivist_innen ihre Beweggründe formulieren. Im Umkreis des Kanzleramts versammeln sich parallel viele Menschen, um ihre Solidarität und Anteilnahme an der friedlichen Aktion zum Ausdruck zu bringen.

Eine angekettete Aktivistin, 17 Jahre, begründet ihr Handeln:

„Wir müssen unseren Kopf hinhalten für die Zerstörung des Planeten durch eine untätige und unverantwortliche Politik. Die gegenwärtige Klimapolitik setzt unsere Zukunft auf’s Spiel. Wir werden die Kosten der heutigen Untätigkeit körperlich tragen müssen.“

Annemarie Botzki von Extinction Rebellion Berlin ergänzt:

„Die Bundesregierung klärt die Bevölkerung immer noch unzureichend über den Status unserer Ökosysteme auf und setzt falsche Prioritäten. Die Bundeskanzlerin verfügt über die Kompetenzen innerhalb der Bundesregierung und damit ist es ihre Verantwortung, die erste Forderung von Extinction Rebellion zu erfüllen und die Wahrheit über das Ausmaß der Klimakatastrophe öffentlich zu machen. Deshalb findet die Aktion hier am Bundeskanzleramt statt.“

Ähnliche Aktionen, in denen sich junge Aktivist_innen an Gebäude der Institutionen, von denen sie sich nicht repräsentiert fühlen, ketteten, fanden zuvor in Leipzig, London und Edinburgh statt. Den Klimanotstand zu erklären bedeutet laut Extinction Rebellion, der ökologischen Krise und ihrer Lösung höchste politische Priorität in Deutschland einzuräumen. Dazu gehört, dass die Regierung die Fakten nicht verschleiert oder beschönigt, sondern aktiv kommuniziert und weitreichende Maßnahmen auch gegen wirtschaftliche Interessen ergreift. Extinction Rebellion fordert die Treibhausgasemissionen bis 2025 auf netto-null zu senken und eine Bürger_innenversammlung einzuberufen, die wissenschaftlich beraten wird und über notwendige Maßnahmen entscheidet. Extinction Rebellion kündigt zudem heute eine neue Rebellionswelle ab dem 7. Oktober in Berlin an, die abgestimmt mit Blockaden in Paris, London und New York stattfinden wird. Vor zwei Wochen fand das Internationalen XR Treffen in Lollar (Mittelhessen) statt und vergangenes Wochenende tagte XR Deutschland zu einem bundesweiten Treffen in Berlin.

ÜBER EXTINCTION REBELLION

Extinction Rebellion (XR) sind eine junge Bewegung, die im letzten Jahr in London entstand und sich von dort aus gerade weltweit entfaltet. XR ist in 40 Ländern weltweit aktiv. In Deutschland haben sich bereits 52 Ortgruppen gegründet. Durch zivilen Ungehorsam stören die Aktivist_innen die gesellschaftliche Normalität, die auf der Zerstörung von Ökosystemen gründet. XR rebelliert gegen ein Politik- und Wirtschaftssystem, das scheitert, Maßnahmen zu ergreifen, die das planetare Leben und uns als Menschheit erhalten. Alle, die die zehn Grundprinzipien von XR beherzigen, können im Namen von Extinction Rebellion handeln. Die drei Kernforderungen der Bewegung sind:

  1. Die Regierung muss die volle Wahrheit über die ökologische Krise offenlegen und mit den Medien die absolute Dringlichkeit des Wandels an die gesamte Bevölkerung kommunizieren.
  2. Die Regierung muss die notwendigen Maßnahmen verbindlich ergreifen, um die Netto-Treibhausgas-Emissionen in Deutschland bis 2025 auf Null zu reduzieren und das allgemeine Niveau des Ressourcenverbrauchs zu senken.
  3. Eine Bürger_innenversammlung wird einberufen, die diese Maßnahmen begleitet und gewährleistet, dass der Wandel gerecht und demokratisch abläuft.

KONTAKT

Email: presse@extinctionrebellion.de
Website: www.extinctionrebellion.de
Facebook: @ExtinctionRebellionDeutschland
Twitter: ExtinctionR_DE
Pressekontakt: Annemarie Botzki, Tel. +49 176 578 23 898