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Du bist herzlich willkommen, so wie du bist!

Wir versuchen Antworten auf die wichtigsten Fragen zu geben. Falls du noch weitere Fragen oder Rückmeldungen hast, schreib gerne an outreach@extinctionrebellion.de. Auf unserer Website findest du ganz viele weitere Infos (u.a. die allgemeinen FAQ), klick dich einfach mal durch.


Muss ich mich irgendwo anmelden oder Bescheid sagen, dass ich komme?

Nein, du kannst nach Lust und Laune bei Aktionen oder auf dem Camp vorbeischauen. Du brauchst auch nicht den ganzen Tag da zu sein. Wir empfehlen jedoch so viel Zeit wie möglich im Camp zu verbringen. Es wird nämlich schön. Informationen über Aktionen bekommst du hier.

Kann ich meine Kinder mitbringen?

Sehr gerne. Im Camp wird es ein Familienzelt geben und viele Mitmachmöglichkeiten für Kinder, zum Beispiel im Kunstzelt. Wir versuchen unsere Aktionen so familientauglich zu gestalten, dass auch hier Kinder dabei sein können.

Wann sollte ich an- bzw. abreisen?

Bitte reist schon freitags an. Ab 15 Uhr gibt es Trainings (Aktion, Outreach, Deeskalation uvm.) und abends werden Bezugsgruppen gebildet (wichtig für neue Menschen) und ein gemeinsames Musizieren. Samstagmorgen um 10 Uhr findet die Eröffnung statt und Samstagmittag startet die erste Aktion.
Nach der Aktion am Dienstag feiern wir die Erfolge der letzten Tage und lassen die Tage mit Musik, Tanz und guten Gesprächen ausklingen. Fahrt also am besten erst Mittwoch, ansonsten am Dienstag so spät wie möglich.

Kann ich auch nur am Samstag mitmachen?

Na klar, komm zum Camp oder bekomme über den Aktion-Broadcast alle wichtigen Infos, sobald die Samstagaktion steht.

Wo kann ich während der Herbst Rebellion schlafen?

Du kannst im XR Wandel-Camp im Berliner Invalidenpark schlafen. Wenn du nicht im Camp schlafen kannst oder möchtest, kannst du bei Human Hotel eine preiswerte XR Unterkunft finden.

Lohnt es sich im Camp vorbeizuschauen, auch wenn ich nicht dort übernachte?

Auf jeden Fall! Im Camp kommen ganz viele tolle Menschen aus ganz Deutschland zusammen. Wir diskutieren, bilden uns weiter und vernetzen uns miteinander. Es gibt ein super Camp-Programm mit vielen tollen Mitmachmöglichkeiten. Am Sonntag werden wir als Gemeinschaft zusammenkommen und eine tolle Zeit miteinander verbringen.

Wie viel kostet mich die Teilnahme am Camp bzw. eine Übernachtung?

Sowohl das Camp als auch die Übernachtung ist kostenlos. Das Camp kostet einige Tausend Euro und wir würden uns freuen einen Teil des Geldes auf dem Camp durch Spenden wieder einzunehmen. Jede*r gibt so viel sie hat und auch geben möchte.

Wird es Verpflegung auf dem Camp geben?

Ja, es wird morgens Frühstück und abends eine warme Mahlzeit geben. Die KÜFA (Küche für alle) ist spendenfinanziert. Jede*r gibt so viel sie hat und auch geben möchte. Es wird auf dem Camp Gelände gekocht. Dafür werden viele fleißige Hände gebraucht.

Ich habe wenig Geld, kann ich trotzdem kommen?

Du brauchst kein Geld, um mitzumachen. Es gibt Schlafplätze, Frühstück und Abendessen im Camp. Kosten, die für Aktionen als Strafen entstehen, können solidarisch durch andere finanziert werden.

Braucht es noch Hilfe im Camp?

Ja! Das Camp ist selbst-organisiert und es braucht uns alle, damit es gut funktioniert. Am Donnerstagmorgen startet der Aufbau und die Dekoration des Camps. Für jeden Tag gibt es Schichtpläne für Toiletten, Küche, Camp-Schutz, Info-, Kunstzelt, und vieles mehr. In diesem Helfer*innen-Kanal auf Telegram werden Aufgaben verteilt. Außerdem wird es im Camp noch Listen mit Schichtplänen geben, in die ihr euch eintragen könnt.

Muss ich XR Mitglied sein, um bei euch mitzumachen?

Nein, denn es gibt keine XR Mitglieder. Alle Menschen, die nach unseren Werten und Prinzipien handeln, sind Teil von Extinction Rebellion. Komm einfach vorbei und mach mit bei der Rebellion gegen das Aussterben.

Meine Freund*innen haben keine Lust, kann ich auch allein kommen?

Natürlich! Am Freitag wird es ein Bezugsgruppenfindungstreffen (typisches deutsches Wort) geben. Hier finden Menschen, die alleine oder nur zu zweit in Berlin sind, eine sympathische Gruppe, mit denen sie die Aktionstage verbringen. Teilweise entwickeln sich so langfristige Freundschaften!

Ich bin diesen Sommer in den Urlaub geflogen, kann ich trotzdem bei euch mitmachen?

Na klar - Alle sind willkommen! Die Klimakrise ist ein gesellschaftliches Problem und kann nur gemeinschaftlich von uns allen gelöst werden. Persönliche Entscheidungen zu Ernährung oder Reisen spielen da eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger sind politische Entscheidungen und der Wille zu wirklichen Veränderungen. Dafür gehen wir gemeinsam auf die Straße.

Wieso sollte ich zivilen Ungehorsam ausüben und nicht lieber auf eine normale Demo gehen?

Du sollst gerne beides machen. Wir brauchen verschiedene Formen des Protests. Mit zivilem Ungehorsam setzt du ein deutliches Zeichen, dass du nicht mehr bereit bist das Versagen der Politik, der Wirtschaft und unserer Gesellschaft weiter zu akzeptieren. Mit zivilen Ungehorsam sind wir nicht mehr zu ignorieren.

Ich möchte nicht an den Aktionen teilnehmen und würde trotzdem gerne unterstützen. Geht das?

Es gibt viele unterstützende Aufgaben im Hintergrund. Du kannst in der Küche helfen, bei der Pressearbeit, bei Kunst und Logistik. Es gibt so viel zu tun, dass nicht alle Rebellis in Aktion gehen können, sondern wichtige andere Aufgaben übernehmen müssen.

Kann ich auch an den Aktionen teilnehmen ohne Gesetze zu übertreten?

Bei vielen Aktionen ist das möglich. In Deutschland haben wir ein starkes Versammlungsrecht und die Teilnahme an Aktionen ist häufig erst einmal nicht strafbar. Mehr Informationen dazu gibt es im Aktionstraining und in Vorbereitungstreffen für Aktionen.

Ich habe bisher noch keine Aktionserfahrung. Kann ich trotzdem kommen?

Ja, bitte! Es gibt am Freitagnachmittag von 15 bis 18 Uhr und am Sonntag von 10 bis 17 Uhr Aktionstrainings im Camp. Wir bitten alle Teilnehmenden vor den Aktionen solch ein Training zu besuchen.

Was sind die rechtlichen Folgen für mich?

Die rechtlichen Folgen werden im Aktionstraining erklärt. Sie sind weniger schlimm als die meisten denken. Mehr Infos findest du hier.

Was passiert, wenn ich Post von der Polizei bekomme? Werde ich da unterstützt?

Wenn du Post von der Polizei bekommst, meldest du dich beim Legal Team. Als unsere ehrenamtliche „Rechtsabteilung“ können sie dir sagen, was deine Möglichkeiten sind. Sie stehen beratend zur Seite, aber übernehmen keine Fälle. Repressionskosten für Ordnungswidrigkeiten und Straftaten können solidarisch von XR übernommen werden.

Ich habe Angst vor Kontakt mit der Polizei. Gibt es da häufiger Probleme?

Wir verhalten uns in Aktionen stets ruhig und treten deeskalativ auf. Wir betrachten die Polizist*innen nicht als Feinde, sondern als Menschen wie du und ich. Trotzdem hält die Polizei sich manchmal nicht an Gesetz und wendet unnötigerweise Schmerzgriffe an. Viele Rebellis haben auch durchwegs positive Erfahrungen mit der Polizei. Im Aktionstraining erzählen wir dazu mehr.

Ist es nicht schon zu spät?

Es zählt jedes zehntel/hundertstel Grad und jede Art, die wir retten können. Echte Veränderung kommt nicht von den Parlamenten, sondern wird auf den Straßen erkämpft. Wenn viele Menschen eine andere Welt fordern und leben, kann es auch plötzlich ganz schnell gehen. Dieses System ist nicht alternativlos und wir haben die Macht es zu verändern.

Ich habe ein eigenes Auto und esse Fleisch. Muss ich nicht erst einmal selbst ein klimabewusstes Leben führen, bevor ich auf die Straße gehen kann?

In dem jetzigen System ist es schwer sich klimabewusst zu verhalten. Unser Ziel ist ein Umdenken in der Bevölkerung und Systemveränderung, sodass klimabewusstes Leben belohnt statt bestraft wird. Dafür brauchen wir viele Menschen auf der Straße - egal ob sie Fleisch essen oder vegan leben.

Werden wieder Straßen blockiert und unbeteiligte Bürger*innen gestört?

Ja! Aber nicht nur. Es begreifen noch immer zu wenige Menschen die Gefahr eines ökologischen Kollapses und es gibt keine unbeteiligten Bürger*innen. Auch dieses Jahr werden wir wieder das tödliche Weiter-So in unserer Gesellschaft unterbrechen. Wir fordern unsere Mitmenschen auf, sich unserem Protest gegen die Regierung anzuschließen. Mit gezielten Störungen und faszinierenden Aktionsbildern wird unser Protest nicht zu ignorieren sein. Auch den Arbeitsalltag der Politik werden wir empfindlich stören.

Geht es nur um Störung oder habt ihr auch Lösungen?

Mit unseren drei Forderungen und den Bürger*innenräten können wir sowohl unsere Demokratie stärken als auch möglichst schnell klimaneutral werden. Die Störung sind nötig, um die existenzbedrohende Katastrophe und das politische und gesellschaftliche Fehlverhalten zu thematisieren. Doch auch abseits der politischen Aktionen haben wir Lösungen. Stichwort: Regenerative Kultur. In unserer XR Gemeinschaft leben wir den Wertewandel, den wir uns für die Welt vorstellen. Ein Wandel von einer Konsum- und Wegwerfgesellschaft hin zu einem solidarischen und wertschätzenden Miteinander. Wir wünschen uns eine Gesellschaft, in der es nicht mit dem Ellbogen um immer mehr, höher und größer auf Kosten des Planeten und unseren Mitmenschen geht, sondern um ein nachhaltiges Leben im Einklang mit der Natur.

Wird Roger Hallam dabei sein?

Roger Hallam ist einer der Gründer von XR aus UK. Mit seinen antisemitischen Äußerungen hat er XR in Deutschland in Verruf gebracht. Extinction Rebellion Deutschland hat sich umgehend nach seinen Äußerungen von ihm distanziert. Er war und ist kein Teil von XR Deutschland und er ist bei uns nicht willkommen. Antisemitismus und anderes diskriminierendes Verhalten hat bei uns keinen Platz.

Sind die Aktionen wieder so bunte Straßenfeste? Ist das trotz Flutkatastrophe und Hitzetote in Indien noch angemessen?

Sehr gute Frage! Trotz der weltweiten Katastrophen dürfen wir die Freude am Leben nicht verlieren und nicht vergessen, dass wir nicht nur gegen etwas kämpfen, sondern auch für etwas. Wir zeigen auf den Straßen und im Camp unsere Vision/Utopie für eine bessere Zukunft.
If i can’t dance, it’s not my revolution.

Wieso gibt es kein RiseUp oder GerechtigkeitJetzt! In diesem Jahr?

Unsere Analyse vom letzten Jahr hat gezeigt, dass sich die Mobilisierung schwierig gestaltet hat und auch die (mediale) Aufmerksamkeit für die Aktionstage im letzten Jahr eher gering war. Extinction Rebellion und unsere Rebellionstage/Aktionstage sind vielen bereits ein Begriff, weswegen wir wieder auf unsere altbewährte Strategie zurückgreifen. Ebenso machen es die anderen beteiligten Bewegungen.

Wieso ist es diesmal keine ganze Woche?

In den letzten Jahren haben wir uns regelmäßig überfordert sowohl die Aktivist*innen auf der Straße als auch die Supportstrukturen im Hintergrund. Dabei ist unser Wunsch unseren Protest regenerativ zu gestalten. Unsere Aktionen sollen uns neue Kraft geben mehr Menschen zu überzeugen mit uns in den zivilen Ungehorsam zu gehen. Nach der Wave ist vor der Wave!

Wieso sind die Aktionen wieder in Berlin?

Es sprechen verschiedene Gründe für Berlin als Aktionsort.
Viele Menschen wollen gerne ihren Protest gegen die Regierung auf die Straße tragen. Nicht alle können sich mehrere Tage Zeit nehmen oder draußen zelten. Mit unseren Aktionen wollen wir für möglichst viele Menschen eine Aktionsform bieten. Sei es alte Menschen, junge Familien oder Menschen, die wenig Zeit haben und/oder nicht in den XR Strukturen sind. Deswegen führen wir unsere Aktionen am liebsten in Städten durch. Eine Teilnahme ist durch gute Erreichbarkeit, Supermärkte, Cafes etc. deutlich einfacher. Für Berlin haben wir uns wieder entschieden, weil hier die Regierung, Lobbyvereine und die wichtigsten Medien sitzen. Hier wird entschieden, dass wir weiter Kohle abbaggern und LNG Terminals bauen.

Die Grünen sind doch jetzt in der Regierung. Ist es der richtige Zeitpunkt für zivilen Ungehorsam?

Auch mit den Grünen in der Regierung sind die Maßnahmen überhaupt nicht der drohenden Gefahr angemessen. Ziviler Ungehorsam ist wichtiger denn je, um zu zeigen, dass wir uns nicht mit halben Sachen und Greenwashing begnügen werden. Es braucht wirkliche Systemveränderungen. Die Erfolge der Anti-Atomkraft-Bewegung, der amerikanischen Bürger*innenbewegung und der DDR-Demonstrationen zeigen, dass gewaltfreier Widerstand ein erfolgreiches Mittel ist, um Systemveränderungen zu erreichen.

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